Komm, verschwende Deine Zeit - mit Bildung nur für Dich!

Auch wenn Schüler und Schülerinnen meist nur als zukünftige Wirtschaftsfaktoren angesehen werden, so muss das nicht sein - Dänemark macht vor, wie es auch anders geht. Wo anderswo die Schulabgänger/innen sich nach Praktikums-, Ausbildungs- oder Studienplätzen umsehen, um möglichst schnell in den Beurf gehen zu können, ist es in Dänemark eher üblich nach der Schule erst einmal durchzuschnaufen. Weltreisen, Auszeiten, Jobben ohne Berufsziel oder eben brotlose Kunst lernen!

So gibt es in Dänemark 76 Schulen, in denen die jungen Leute zusammen leben, essen, wohnen - und lernen. Jeder hat eines der fünf Hauptfächer (Musik, Philosophie, Literatur, Theater und Kunst) gewählt. Die Højskole von Testrup ist eine solcher Schulen, die jährlich rund 3500 Jugendliche besuchen. Mit Kost, Logis und Unterricht kostet der Aufenthalt im gemeinnützigen Erwachseneninternat umgerechnet rund 4000 Euro - bemerkenswert: den gleichen Betrag legt der Staat obendrauf. Dafür stellt das Bildungsministerium ein paar Bedingungen an die Volkshochschulen, die mit einer deutschen VHS nur den Namen teilen: Sie müssen mindestens 28 Stunden pro Woche unterrichten, und die Inhalte müssen allgemeinbildend sein - ansonsten sind die Schulen unabhängig.

Initiator war Nikolaj Frederik Severin Grundtvig, der eine lebenswerte Gesellschaft errichten wollte, mit freier Bildung ohne Druck und ohne Paukwissen für alle, stattdessen lernen in einer Gemeinschaft, die auch zusammen lebt. Der Denker wollte vor allem den Geist der Menschen bilden.

Für die Schüler/innen ist es eine tolle Möglichkeit, sich einen Auszeit zu nehmen, herauszufinden, worin man gut ist und vor allem eines zu erleben: wie es ist, einfach nur für sich selbst zu lernen - ohne Zeugnis, ohne Noten, ohne Prüfungen.

Mehr dazu gibt es hier.

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